Batterien für Solarstrom

Seit März 2016 werden Batterien zur Speicherung von Solarstrom von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in dem neu überarbeiteten Programm Erneuerbare Energien - Speicher gefördert. Mit Speichern kann der Eigenverbrauch auf bis zu 60 Prozent und mehr gesteigert werden. Die Förderung kann bei der Nachrüstung von PV-Anlagen, die nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommen wurden und bei neuen PV-Anlagen mit einer maximalen Leistung von 30 kWp in Anspruch genommen werden. Die KfW bietet einen zinsgünstigen Kredit und dazu einen Tilgungszuschuss des Batteriesystems an. Die Höhe des Tilgungszuschusses richtet sich nach dem Zeitpunkt, zu dem der Antrag gestellt wurde (s. Tabelle).

Wichtig zu wissen: Bei Inanspruchnahme des Förderprogrammes verpflichtet man sich, die maximale Leistungsabgabe der Photovoltaikanlage auf maximal 50% der installierten Leistung der Photovoltaikanlage dauerhaft für die gesamte Lebensdauer der Anlage, mind. aber 20 Jahre, zu begrenzen. Somit gilt diese Begrenzung auch auf einen eventuellen Weiterbetrieb der Photovoltaikanlage nach Außerbetriebnahme des Speichersystems.

AntragszeitraumHöhe des Tilgungszuschuss
01.07.2017 - 30.09.2017 16 %
01.10.2017 - 31.12.201713 %
01.01.2018 - 31.12.2018 (Programmende) 10 %

Es wird mit Kosten von maximal 2.000 (bei Neuinstallation) bzw. maximal 2.200 Euro (bei Nachrüstung) für einen Batteriespeicher pro kWp-Leistung gerechnet. Somit wird bei Anträgen im ersten Halbjahr 2017 (19 %-iger Zuschuss) eine Fördersumme von bis zu 380 bzw. bis zu 418 Euro pro kWp Leistung ausgeschüttet. Wird also z.B. im Juni 2017 eine 4 kWp Photovoltaik-Anlage für 6.000 Euro netto mit einem Speichersystem für 6.000 Euro netto neu installiert, gibt es einen Tilgungszuschuss von 1.064 Euro. Gefördert wird ausschließlich der Speicher, nicht die PV-Anlage selbst. Mit dem Tilgungszuschussrechner der KfW kann die Höhe des Zuschusses leicht ermittelt werden.

Antragstellung

Der Antrag hierfür ist über die Hausbank zu stellen und muss vor der Installation der Anlage gestellt werden. Zwingende Voraussetzung für den Erhalt des Tilgungszuschusses ist die Aufnahme eines Kredits. Die Kredithöhe muss mindestens der Höhe des errechneten Zuschusses entsprechen. Eine weitere Bedingung für die Förderung ist, dass der Solarstromspeicher in Deutschland installiert und mindestens 5 Jahre lang betrieben wird. Wenn die maximale Fördersumme für das Jahr erreicht ist, wird das Förderprogramm bis zum Jahresende gestoppt.

Art der Batterie

Förderfähig sind nur Batteriespeichersysteme, bei denen für die Batterien eine Zeitwertersatzgarantie für einen Zeitraum von 10 Jahren vorliegt. Das heißt, bei Defekt der Batterien wird der Zeitwert der Batterien ersetzt. Diese Zeitwertersatzgarantie ist vom Händler/Hersteller dem Käufer des Batteriesystems gegenüber zu garantieren oder über eine geeignete Versicherungslösung, deren Kosten der Händler/Hersteller trägt, zu gewährleisten.

Batterietyp: In Frage kommen vor allem Lithium-Ionen-Akkus oder Blei-Säure-Akkus mit einem Batteriemanagementsystem und integriertem Wechselrichter. Da Lithium-Ionen-Akkus sehr stark im Preis gefallen sind, haben sie mittlerweile einen Marktanteil von ca. 90%. Sie sind leichter, kleiner und haben eine höhere Ladezyklusanzahl d.h. sie können öfter be- und entladen werden und unter optimalen Bedingungen kann für den 20-jährigen Betrieb einer PV-Anlage eine Batterie reichen. Bei Blei-Akkus muss mit zwei bis drei Batterien gerechnet werden. Daher ist der Preis pro gespeicherte Kilowattstunde bei beiden Systemen – trotz des höheren Anschaffungspreises für Lithium-Ionen-Akkus – oft ähnlich. Derzeit kostet die gespeicherte kWh fast immer mehr als 20 Cent. Problematisch ist bei Lithium-Ionen-Akkus allerdings, dass es hier im Gegensatz zu Blei-Säure-Akkus noch kein ausgereiftes Recyclingsystem gibt.