Balkonkraftwerk im Vorgarten - auch dies ist denkbar (Siecke Martin, BUND Bremen)
10.11.2017

Mieter*innen können sich mit Balkon-PV-Anlagen sicher selbst mit Strom versorgen

Die Nutzung von Kleinstkraftwerken auf dem eigenen Balkon ist nun deutlich einfacher geworden. Das könnte den Durchbruch für die Mini-Solarstromanlagen bringen, die den eigenen Strombezug durch die Sonnenernte deutlich mindern.
  

Nachdem der Verband der Elektrotechnik (VDE) und die Deutsche Kommission Elektrotechnik (DKE) die Neuregelung der entsprechenden VDE-Norm abgeschlossen haben, können Mieter*innen steckbare Solarmodule zukünftig direkt an normale Haushaltsstromkreise anschließen und den Strom im eigenen Haushalt nutzen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Mini-Solaranlagen populärer zu machen.

Sowohl die DGS (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie) als auch Greenpeace Energy oder das Fraunhofer Forschungsinstitut ISE hatten bereits mehrfach nachgewiesen, dass moderne, steckbare Kleinst-Solaranlagen sicher sind und sie kein höheres Risiko als andere elektrische Haushaltsgeräte darstellen. Diese Ergebnisse hatten den Normierungsprozess in Gang gesetzt.

Durch die Überarbeitung der Norm müssen nun auch alle Netzbetreiber diese Balkonkraftwerke dulden und hierfür Anmeldeverfahren etablieren.

Offen bleiben jedoch noch einige Fragen, so etwa ob PV-Module spezielle Einspeisesteckdosen brauchen oder ob sie per Schutzkontakt-Stecker (Schuko-Stecker) an das Hausnetz angeschlossen werden können. Nach Aussagen der DGS kann – so der DGS-Sicherheitsstandard erfüllt ist – der Anschluss über eine Schuko-Steckdose erfolgen.
In Deutschland wird die Anzahl dieser Minianlagen bereits auf 20.000 Stück geschätzt.