Photovoltaik - Strom erzeugen

Förderung für Solarstrom

Für die Förderung von Solarstromanlagen ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) von Bedeutung. Danach sind Netzbetreiber verpflichtet, Solarstrom vorrangig abzu-
nehmen und zu festgelegten Mindestpreisen zu vergüten. Die Vergütungssätze richten sich
nach dem Monat der Inbetriebnahme und bleiben anschließend über den Vergütungszeitraum von weiteren 20 Jahren konstant.

Die Vergütungssätze sind degressiv angelegt und werden monatlich abgesenkt. Die Degressionshöhe hängt von der Marktentwicklung ab und wird alle drei Monate überprüft und angepasst. Das im EEG festgelegte Zubauziel beträgt 2.500 MW pro Jahr. Je nach Zubauentwicklung kann die monatliche Degressionshöhe bis max. 2,8% betragen. Hat nur ein sehr geringer Zubau stattgefunden, dann kann die Degression ausgesetzt bzw. können die Vergütungssätze sogar einmalig um bis zu 3% erhöht werden.

Da die Vergütung der in das öffentliche Netz eingespeisten Kilowattstunde mittlerweile erheblich unter den Strompreisen für den bezogenen Haushaltsstrom liegt, ist der Eigenverbrauch zu einem sehr wichtigen Faktor bzgl. der Rentabilität einer Solarstromanlage geworden. Ohne oder mit nur einem geringen Eigenverbrauch ist eine Photovoltaik-Anlage heute meist nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Die Höhe des Eigenverbrauchs hängt zum einem vom eigenen Stromverbrauch und zum anderen von der Größe der Photovoltaik-Anlage ab. Bei einer rendite-optimierten Auslegung wird daher auf das Verhältnis zwischen der Größe der PV-Anlage und dem Strombedarf geachtet. Bei einem klassischen Bremer Reihenhaus ist jedoch die zur Verfügung stehende Fläche so gering, dass i.d.R. das gesamte Dach belegt werden sollte. Neben der rein wirtschaftlichen Betrachtung sollten aber natürlich auch die Klimaschutzaspekte nicht vergessen werden.

Vergütung für die in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde

Feste EinspeisevergütungAug. 2017Sept. 2017Okt. 2017Anmerkungen
Dachanlagen bis 10 kW 12,20 Ct/kWh12,20 Ct/kWh12,20 Ct/kWhAb November wird die Vergütung auf Grundlage des Zubaus neu berechnet und erst am 31.10.17 bekannt gegeben.
Dachanlagen bis 40 kW 11,87 Ct/kWh11,87 Ct/kWh11,87 Ct/kWhDer Eigenverbrauch ist für Anlagen > 10 kW EEG-umlagepflichtig
Dachanlagen bis 100 kW10,61 Ct/kWh10,61 Ct/kWh10,61 Ct/kWh

Details

Eigenversorgung und EEG-Umlagepflicht für Neuanlagen:
Eine Eigenversorgung ist dann gegeben, wenn ein und dieselbe Person Strom erzeugt und verbraucht. In diesem Fall ist für den selbst verbrauchten Strom bei PV-Anlagen > 10 kW Leistung eine verringerte EEG-Umlage zu zahlen. Diese beträgt 40 Prozent, aktuell sind dies 2,75 Cent/kWh. PV-Kleinanlagen bis 10 kW mit einem maximalen Ertrag von 10.000 kWh pro Jahr sind von der EEG-Umlagepflicht ausgenommen.

Sind AnlagenbetreiberIn und StromabnehmerIn nicht identische Personen, so ist für den Vor-Ort verbrauchten Strom die EEG-Umlage in voller Höhe abzuführen. Dies gilt auch für Anlagen < 10 kW. Eine Sonderregelung für Mieterstrom ist derzeit in Bearbeitung/Abstimmung.

Direktvermarktungspflicht:
Die Betreiber von größeren Neuanlagen mit mehr als 100 Kilowatt müssen den von ihnen erzeugten Strom selbst vermarkten, um eine Förderung nach dem EEG zu erhalten (sogenannte verpflichtende Direktvermarktung). Die Erlösobergrenze nach dem Marktprämienmodell liegt um 0,4 Ct/kWh höher als die feste Einspeisevergütung. Kleinere Anlagen (< 100 kW) können ihren Strom direkt vermarkten, sie müssen dies aber nicht tun, sondern können die feste Einspeisevergütung in Anspruch nehmen.

Zinsgünstige Kredite

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Sie zudem über die Programme 270 sowie 275 (mit Speicher) zinsgünstige Kredite erhalten. Je nach Programm, Kreditlaufzeit und Marktlage liegen diese zwischen 1 und 5 Prozent. Aktuelle Tagessätze können Sie auf der KfW-Website einsehen. Für bestimmte Fälle können weitere Förderprogramme in Anspruch genommen werden. Die Frage nach dem günstigsten Förderprogramm bzw. der besten Kombination verschiedener Fördermöglichkeiten muss für jeden konkreten Einzelfall beantwortet werden. Weitere Informationen finden Sie auch beim BINE Informationsdienst sowie auf einer Internetseite des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW).

Förderrechner

Um einen ersten Überblick über die Wirtschaftlichkeit einer eigenen Photovoltaik-Anlage zu bekommen, können Online-Förderrechner genutzt werden. Solcherart gewonnene Kalkulationen dienen als erste Orientierung und ersetzen keinesfalls eine genaue Berechnung und eine ausführliche Beratung.

Der Solarrechner der EnergieAgentur.NRW liefert eine grobe Abschätzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und hilft so bei der Entscheidung, ob sich die Investition in eine Photovoltaik-Anlage lohnt. Der PV-Rechner ist für Gebäude von Privatpersonen konzipiert. Berücksichtigt werden Art der Anlage, Eigenverbrauch, Standort, Ausrichtung und Dachneigung sowie die Betriebskosten und mögliche Kredite.