BUND Bremen (Florian Biener)
11.06.2017

Preise für Solarstromspeicher halbiert

Solarstrom zu speichern wird immer attraktiver. So sind die Preise für kleinere Speicher mit einer Nennkapazität bis 10 Kilowattstunden in vier Jahren um rund 40 Prozent günstiger geworden.
  

Die Preise für Solarstromspeicher sind erneut deutlich gesunken. Das geht aus dem neuesten vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) gemeinsam mit der Intersolar Europe veröffentlichten Speicherpreismonitor hervor. Demnach kosten größere Speicher mit einer Nennkapazität bis 30 Kilowattstunden sogar um mehr als 50 Prozent weniger.

„Solarstromspeicher machen unabhängiger und ermöglichen es, günstigen Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage auch nach Sonnenuntergang zu nutzen“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). „Mit den erneut gesunkenen Preisen wird die Solarstromspeicherung auch wirtschaftlich immer attraktiver. Entsprechend wird die Nachfrage nach Solarstromspeichern weiter steigen. Schon heute wird rund jede zweite Solarstromanlage im Eigenheimbereich zusammen mit einem Speicher installiert.“

Im ersten Quartal 2017 waren Speichersysteme inklusive Installation ab ca. 1.150 Euro pro nutzbarer Kilowattstunde Speicherkapazität zu kaufen, so die Informationen vom Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. Die Wirtschaftlichkeitsgrenze – ohne Förderung - liegt für Kleinspeicher ungefähr bei 1.000 Euro oder bei rund 18 Cent pro gespeicherter Kilowattstunde. Mit Förderung sind günstige Systeme also bereits heute wirtschaftlich.

Nach Angaben des BSW-Solar, der auch die Interessen führender Speicheranbieter vertritt, sind in Deutschland inzwischen rund 60.000 Solarstromspeicher in Betrieb. Allein im letzten Jahr kamen 20.000 Speicher hinzu. Die im BSW-Solar organisierten Speicheranbieter rechnen mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage. Innerhalb der nächsten zwei Jahre dürfte sich die Zahl der insgesamt installierten Stromspeicher gegenüber 2016 auf 100.000 verdoppeln, so ihre Prognose.

Alle wichtigen Verbraucher-Informationen und einen kurzen Infofilm zu Speichern gibt es auf www.die-sonne-speichern.de. Der Internet-Ratgeber www.pvap.de zeigt Verbrauchern, worauf bei der Installation von Speichern qualitativ zu achten ist.

Hintergrund: Batteriespeicher sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende, weil sie mit ihrer Pufferfunktion das Stromnetz stabilisieren: Bei großem Stromangebot können sie Elektrizität aufnehmen, bei großer Stromnachfrage wieder abgeben. Bereits die heute installierten Speichersysteme können so viel Strom puffern, wie für 410.000 Ladungen 60-Grad-Wäsche benötigt wird. Solarstromspeicher erhöhen die Aufnahmefähigkeit der lokalen Stromnetze, sodass mehr Photovoltaikanlagen an das bestehende Netz angeschlossen werden können. Der intelligente Einsatz von Photovoltaik-Heimspeichern kann den Anteil von Erneuerbaren Energien im Haushalt erhöhen und Kosten für den lokalen Netzausbau reduzieren. Das bestätigte auch die Deutsche Energie-Agentur jüngst mit einer eigenen Studie.

Quelle Bundesverband Solarwirtschaft e.V. 2017 Solarcluster Baden-Württemberg e.V.