Solarthermie - Heizen

Warmes Wasser und Heizungsunterstützung mit Sonnenenergie

Thermische Solarenergieanlagen können entweder der alleinigen Brauchwasserbereitung dienen oder zusätzlich noch die Raumheizunterstützung unterstützen. Im Folgenden wird erläutert, wie solche
Systeme arbeiten und worauf bei der Planung geachtet werden sollte. In Deutschland nutzen aktuell über zwei Millionen die Sonnenenergie für die Wärmegewinnung.

Heizen in der Übergangszeit

Im Gegensatz zum Brauchwasserbe­darf, der das ganze Jahr über relativ konstant ist, ist der Heizenergiebedarf im Winter hoch, wenn die Son­nen­ein­strah­lung gering ist. Im Som­mer ist dagegen viel Sonnen­energie verfügbar, benötigt wird jedoch nur Energie für die Warm­wasserberei­tung. Für ein Ein­fa­milien­haus ist daher der Einsatz zur Unter­stützung der Raum­heizung in den Übergangs­zeiten sinnvoll. Auf dem Markt findet man derzeit drei Anlagenkonfigura­tionen zur solaren Raum­heizungs­unterstützung. Sie unterscheiden sich im Wesent­lichen durch die Ein­bindung der Brauchwasser­be­rei­tung.

Während bei reinen Brauchwasseranlagen zumeist Flachkollektoren zum Einsatz kommen, werden bei der Heizungsunterstützung Vakuumröhrenkollektoren bevorzugt . Sie verlieren durch ihre Bauweise weniger Wärme, was sich in den Übergangsmonaten für die Heizung bezahlt macht.

Dachausrichtung und -neigung

Geeignet sind Dächer mit einer Ost- bis West-Aus­rich­tung und einer Dachneigung zwischen 40 bis 60 Grad. So wird in den Über­gangs­monaten mehr Son­nen­energie geerntet. Bei Flachdächern wird die An­lage auf spezielle Ständer gestellt.

Ertrag

Mit einer solchen Anlage können bei einem gut gedämmten Haus 20 bis 30 Prozent des Gas- oder Ölbedarfs eingespart werden. Hierfür benötigt man Kollektorflächen von 10 bis 20 m² und einen Pufferspeicher mit einem Volumen von 750 bis 1.500 Litern Heizungswasser. Während man in einem 4-Personen-Haushalt mit einer typischen Solaranlage zur Brauchwasserbereitung in Bremen jährlich 1.500 bis 2.500 kWh (entsprechend 200 bis 330 Liter Öl) einspart, erbringt eine Anlage mit Raumheizungs­unterstützung in einem gut gedämmten Einfamilienhaus etwa 5.000 kWh pro Jahr bzw. ca. 650 Liter Öl

Kosten

Wegen des benötigten Kollektorfeldes und des größeren Speichervolumens sind die Anlagen teurer als reine Brauchwasseranlagen. So schlagen Anlagen zur Raumheizungsunterstützung mit ca. 7.500 bis 12.000 Euro zu Buche. Dabei sind die einfacher aufgebauten Kombispeicher-Anlagen im Durchschnitt günstiger als Zweispeichersysteme und Systeme mit Durchlauferhitzer.